Kurzkopf Wespen (DE) Genre: Vespula (FR) (Vespula)
Deutsche Wespe
(Vespula germanica)



Merkmale:
Typische Kurzkopfwespe und eine der häufigsten Wespenarten in Siedlungsnähe. Der Gemeinen Wespe sehr ähnlich.
Aussehen:
Gelb-schwarz gestreifter Körper. Auf dem gelben Kopfschild befinden sich häufig 3 schwarze Punkte.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 12–16 mm, Königinnen bis ca. 20 mm.
Lebensraum:
Siedlungen, Gärten, Parks und landwirtschaftliche Flächen.
Verhalten:
Sehr anpassungsfähig und besonders im Spätsommer häufig an menschlichen Nahrungsquellen wie süßen Speisen oder Getränken zu finden.
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Baut bevorzugt in dunkelen Hohlräumen, (Dachböden, Rolladewnkästen, unterirdische Höhlen)
Medizinballgroß, kann aber auch größer ausfallen
Nesthülle ist grau, aus verwittertem holz, muschelartige Musterung, Lufttaschen,
Mehreren Einfluglöchern
Die Deutsche Wespe – ein unterschätzter Mitbewohner
Wer im Spätsommer beim Kuchenessen im Garten plötzlich Gesellschaft bekommt, macht meist Bekanntschaft mit der Deutschen Wespe (Vespula germanica). Sie zählt zu den häufigsten Wespenarten in der Nähe menschlicher Siedlungen und ist der Gemeinen Wespe so ähnlich, dass selbst Fachleute manchmal zweimal hinschauen müssen.
Optisch ist sie ein echter Hingucker: Der gelb-schwarz gestreifte Körper wirkt fast wie ein kleines Warnschild der Natur. Ein nettes Erkennungsmerkmal verrät, wer da gerade um die Marmelade kreist – auf dem gelben Kopfschild prangen meist drei kleine schwarze Punkte, fast wie ein winziges Gesicht. Mit 12 bis 16 Millimetern sind die Arbeiterinnen recht zierlich, während die Königinnen mit bis zu 20 Millimetern deutlich stattlicher ausfallen.
Zuhause fühlt sich die Deutsche Wespe überall dort, wo Menschen leben: in Gärten, Parks, auf landwirtschaftlichen Flächen und eben auch direkt an unseren Esstischen. Diese Anpassungsfähigkeit ist eigentlich eine echte Erfolgsgeschichte der Evolution – die Wespe hat gelernt, dass dort, wo Menschen sind, oft auch reichlich Nahrung zu finden ist. Besonders im Spätsommer, wenn das eigene Nest weniger Nachwuchs zu versorgen hat und die Völker nach süßen Energiequellen suchen, werden Limonade, Kuchen oder reifes Obst zu einer willkommenen Abwechslung.
Richtig spannend wird es, wenn man einen Blick auf ihre Baukunst wirft. Deutsche Wespen sind echte Architektinnen: Sie leben sozial in Staaten und errichten ihre Nester aus selbst hergestelltem Papier – sie kauen verwittertes Holz mit Speichel zu einer formbaren Masse. Am liebsten suchen sie sich dafür dunkle Hohlräume aus, etwa Dachböden, Rollladenkästen oder unterirdische Höhlen, in denen das Nest gut geschützt heranwachsen kann.
Das fertige Bauwerk hat oft die Größe eines Medizinballs, kann aber bei günstigen Bedingungen auch deutlich größer werden. Von außen wirkt die graue Nesthülle wie aus Pappmaschee, mit einer feinen, fast muschelartigen Musterung. Im Inneren sorgen kleine Lufttaschen für eine natürliche Isolierung, die das Klima im Nest stabil hält – eine Art eingebaute Klimaanlage. Mehrere Einfluglöcher ermöglichen den Bewohnerinnen einen geregelten Ein- und Ausflug, fast wie bei einem kleinen Flughafen mit mehreren Gates.
Wer der Deutschen Wespe also das nächste Mal über den Weg läuft, darf sie ruhig mit etwas mehr Respekt betrachten: Sie ist nicht nur ein geschickter Baumeister und cleverer Stadtbewohner, sondern auch ein faszinierendes Beispiel dafür, wie gut sich Insekten an unsere Lebensräume anpassen können.
Gemeine Wespe
(Vespula vulgaris)


Merkmale:
Typische Kurzkopfwespe und eine der häufigsten Wespenarten in Siedlungsnähe. Der Deutschen Wespe sehr ähnlich.
Aussehen:
Gelb-schwarze Färbung. Der Kopfschild zeigt meist eine schwarze, ankerförmige Zeichnung.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 11–14 mm, Königinnen bis etwa 19 mm.
Lebensraum:
Gärten, Parks, Wälder und Siedlungen.
Verhalten:
Im Spätsommer oft an menschlicher Nahrung interessiert. Verteidigt ihr Nest bei Störung energisch.
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Baut bevorzugt in dunkelen Hohlräumen, (Dachböden, Rolladewnkästen, unterirdische Höhlen)
Medizinballgroß, kann aber auch größer ausfallen
Beige-braune Nesthülle aus morschem Holz, muschelartige Musterung, Lufttaschen
Mehreren Einfluglöchern
Die Gemeine Wespe – fleißige Baumeisterin mit Charakter
Wenn Sie schon einmal eine Wespe um den Frühstückstisch kreisen sahen, war es ziemlich wahrscheinlich die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) – eine der häufigsten Wespenarten überhaupt und eine echte Nachbarin des Menschen. Ihrer Verwandten, der Deutschen Wespe, sieht sie zum Verwechseln ähnlich, doch wer genau hinschaut, entdeckt feine Unterschiede.
Auch sie trägt die klassische gelb-schwarze Tracht, die bei Wespen so typisch ist. Ihr persönliches Erkennungszeichen findet sich auf dem Kopfschild: Hier zeigt sich meist eine schwarze Zeichnung in Form eines kleinen Ankers – fast so, als hätte die Natur ihr ein winziges Tattoo verpasst. Mit 11 bis 14 Millimetern sind die Arbeiterinnen etwas kompakter als bei der Deutschen Wespe, die Königinnen erreichen aber immerhin stattliche 19 Millimeter.
Zuhause ist die Gemeine Wespe wahre Vielfalt gewohnt: Gärten, Parks, Wälder und Siedlungen gehören gleichermaßen zu ihrem Revier. Diese Flexibilität macht sie zu einem der anpassungsfähigsten Insekten unserer Breiten. Im Spätsommer, wenn die Völker besonders aktiv sind und nach zuckerhaltiger Nahrung suchen, wird sie auch an unseren Tischen zum gern gesehenen – oder manchmal etwas hektisch beäugten – Gast. Dass sie ihr Nest bei Störungen energisch verteidigt, zeigt vor allem eines: Diese Wespe nimmt ihre Verantwortung für die Gemeinschaft sehr ernst. Wie eine engagierte Hausmeisterin lässt sie sich ihr Zuhause nicht ohne Weiteres madig machen.
Und genau dieses Zuhause hat es in sich. Die Gemeine Wespe gehört zu den geselligen Insekten und baut, wie ihre Verwandten, kunstvolle Nester aus selbst produziertem Papier. Dafür sammelt sie morsches Holz, zerkaut es mit Speichel zu einer formbaren Masse und verarbeitet sie zu hauchdünnen Lagen. Am liebsten richtet sie sich in dunklen, geschützten Hohlräumen ein – Dachböden, Rollladenkästen oder unterirdische Hohlräume bieten ideale Bedingungen für den Nestbau.
Das Ergebnis kann beeindrucken: Oft erreicht das Nest die Größe eines Medizinballs, unter guten Bedingungen aber auch deutlich mehr. Die Außenhülle schimmert beige-braun und zeigt ein feines, fast muschelartiges Muster – ein kleines Kunstwerk aus Naturmaterialien. Im Inneren sorgen zahlreiche Lufttaschen für eine effektive Isolierung, die das Nestklima konstant hält, ganz ähnlich wie bei einer natürlichen Wärmedämmung. Mehrere Einfluglöcher ermöglichen einen geordneten Verkehr der Bewohnerinnen – ein kleines, gut organisiertes System mitten im Verborgenen.
Betrachtet man die Gemeine Wespe genauer, erkennt man schnell: Hinter dem manchmal hektischen Auftreten am Sommertisch steckt ein hochorganisiertes Tier mit beeindruckenden baulichen Fähigkeiten und einem starken Gemeinschaftssinn – ein faszinierender kleiner Architekt direkt vor unserer Haustür.
Rote wespe
(Vespula rufa)

Merkmale:
Typische Waldart unter den Kurzkopfwespen.
Aussehen:
Gelb-schwarz, der Kopfschild zeigt meist eine schwarze, ankerförmige Zeichnung. 1. & 2. Hinterleibssegment rot gefärbt, Rotärbung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 10–14 mm, Königinnen bis etwa 19 mm.
Lebensraum:
Wälder, Waldränder, Parks und Gärten, aber eher selten im Siedlungsbereich.
Verhalten:
Relativ unauffällig und nicht an menschlichen Lebensmitteln interessiert. auch in Nestnähe friedfertig
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Baut bevorzugt in dunkelen Hohlräumen, (Erdmulben, Mäuselöcher, Kaninchenbau, meist in Bodennähe)
Handballgroß
Nesthülle ist grau aus verwittertem Holz, mit glatter Oberfläche, keine Lufttaschen, hell und dunkele Streifen
Die Rote Wespe – die zurückhaltende Waldbewohnerin
Während sich ihre Verwandten gerne mal an unseren Picknicktischen blicken lassen, bevorzugt die Rote Wespe (Vespula rufa) ein ruhigeres Leben. Als typische Waldart unter den Kurzkopfwespen zieht sie das Leben zwischen Bäumen dem Trubel der Siedlungen deutlich vor – ein Insekt, das man getrost als bodenständig bezeichnen darf, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Auch sie trägt das klassische gelb-schwarze Outfit der Wespenfamilie, inklusive der ankerförmigen schwarzen Zeichnung auf dem Kopfschild, die viele Kurzkopfwespen gemeinsam haben. Ihr ganz persönliches Markenzeichen ist jedoch eine auffällige rote Färbung am ersten und zweiten Hinterleibssegment – wie ein kleiner Farbtupfer, der je nach Individuum mal kräftiger, mal zurückhaltender ausfällt. Mit 10 bis 14 Millimetern gehören die Arbeiterinnen zu den eher kompakteren Wespen, während die Königinnen mit bis zu 19 Millimetern wieder deutlich größer wirken.
Zuhause ist die Rote Wespe vor allem in Wäldern, an Waldrändern, in Parks und Gärten – im direkten Siedlungsbereich trifft man sie dagegen nur selten an. Das passt gut zu ihrem Wesen: Sie gilt als relativ unauffällig und zeigt kaum Interesse an menschlichen Lebensmitteln. Wer also auf der Suche nach Kuchen und Limonade ist, wird hier enttäuscht – die Rote Wespe hat ganz andere Prioritäten. Sogar in unmittelbarer Nestnähe verhält sie sich auffallend friedfertig, was sie zu einer der entspanntesten Vertreterinnen ihrer Familie macht.
Auch beim Nestbau geht die Rote Wespe ihren eigenen, leiseren Weg. Wie alle sozial lebenden Wespen stellt sie ihr Nest aus selbst hergestelltem Papier her, indem sie verwittertes Holz mit Speichel zu einer formbaren Masse verarbeitet. Statt hoch oben in Dachböden sucht sie sich jedoch bevorzugt Verstecke in Bodennähe: Erdmulden, verlassene Mäuselöcher oder Kaninchenbauten dienen ihr als geschützter Rahmen für ihr unterirdisches Zuhause.
Im Vergleich zu anderen Wespenarten bleibt das Nest mit etwa Handballgröße eher kompakt – ein gemütliches, kleines Reich. Die graue Nesthülle aus verwittertem Holz besticht durch eine glatte Oberfläche und ein dezentes Muster aus hellen und dunklen Streifen, fast wie feines Holzfurnier. Im Gegensatz zu manchen Verwandten verzichtet die Rote Wespe dabei auf isolierende Lufttaschen – ein Hinweis darauf, wie gut die umgebende Erde selbst für ein ausgeglichenes Klima sorgt.
Die Rote Wespe zeigt damit eindrucksvoll, dass nicht jede Wespe gleich ist: Zurückhaltend, friedlich und perfekt an das Leben im Wald angepasst, verdient sie sich den Ruf einer wahren Sympathieträgerin unter den Wespen – ganz ohne lautes Auftreten am Kaffeetisch.
Langkopfwespen (DE) / Dolichovespula (FR) (Dolichovespula)
Sächsische Wespe
(Dolichovespula saxonica)
Merkmale:
Häufig frei sichtbaren Nester, kurzer Lebendszyklus (ab April, bis Ende Juli-Anfang August)
Aussehen:
Gelb-schwarz gefärbt, Kronenzeichnung auf dem Kopfschild.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 11–14 mm, Königinnen bis etwa 19 mm.
Lebensraum:
Gärten, Hecken, Parks und Siedlungsnähe.
Verhalten:
Sehr friedlich, auch in Nestnähe.
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Nesthülle ist grau aus verwittertem Holz, mit glatter feiner Oberfläche, keine Lufttaschen, weiß-grau gestreift, Einflugschlitz im unteren Drittel
Häufig frei hängend aber geschützt in Sträuchern, unter Dachvorsprüngen, in Schuppen oder an Gebäuden.
Die Sächsische Wespe – die Frühaufsteherin mit dem sanften Wesen
Wer im Frühjahr unter einem Dachvorsprung oder im dichten Hecken-Geäst ein kunstvoll geformtes graues Nest entdeckt, hat vielleicht das Glück, einer Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica) zu begegnen. Sie gehört zu den eher kurzlebigen, aber besonders sympathischen Vertreterinnen ihrer Familie und legt ein erstaunliches Tempo vor: Schon ab April startet ihr Volk, und bereits Ende Juli oder Anfang August ist der Zyklus meist wieder beendet – ein kompaktes, aber ereignisreiches Wespenleben.
Optisch trägt sie die typische gelb-schwarze Färbung, die bei Wespen so vertraut wirkt. Ihr besonderes Erkennungsmerkmal ist eine feine, kronenförmige Zeichnung auf dem Kopfschild – fast so, als würde diese Wespe ein kleines, unsichtbares Diadem tragen. Mit 11 bis 14 Millimetern bei den Arbeiterinnen und bis zu 19 Millimetern bei den Königinnen bewegt sie sich in einer ganz ähnlichen Größenordnung wie viele ihrer Verwandten.
Zuhause fühlt sie sich in Gärten, Hecken, Parks und in der Nähe von Siedlungen – also genau dort, wo viele Menschen ihre Freizeit verbringen. Doch keine Sorge: Die Sächsische Wespe gilt als sehr friedlich, selbst direkt in der Nähe ihres Nestes. Diese Gelassenheit macht sie zu einer der angenehmsten Mitbewohnerinnen unter den Wespen – sie sorgt eher für Staunen als für Aufregung.
Und Staunen ist hier durchaus angebracht, denn die Nester der Sächsischen Wespe gehören zu den schönsten Bauwerken im Insektenreich. Wie alle sozial lebenden Wespen produziert sie ihr eigenes Baumaterial: verwittertes Holz, das mit Speichel zu einer formbaren Papiermasse verarbeitet wird. Das Ergebnis ist eine graue Nesthülle mit einer auffallend glatten, feinen Oberfläche und einem zarten weiß-grauen Streifenmuster – fast wie ein kleines, handgefertigtes Designobjekt aus Naturmaterialien. Auf Isolierschichten in Form von Lufttaschen verzichtet sie dabei, dafür besitzt ihr Nest einen charakteristischen Einflugschlitz im unteren Drittel, der den Bewohnerinnen einen praktischen Zugang verschafft.
Besonders bemerkenswert: Anders als viele andere Wespenarten versteckt die Sächsische Wespe ihr Nest nur selten in dunklen Hohlräumen. Stattdessen hängt es oft frei, aber geschützt – in dichten Sträuchern, unter Dachvorsprüngen, in Schuppen oder direkt an Gebäuden. So lässt sich ihr architektonisches Talent mit etwas Glück sogar bequem von außen bewundern.
Mit ihrem freundlichen Wesen, dem zügigen Lebensrhythmus und ihren kunstvollen, frei sichtbaren Nestern zeigt die Sächsische Wespe, dass man Wespen durchaus mit Bewunderung statt mit Sorge begegnen kann – ein kleines architektonisches Kunstwerk mit ruhigem Charakter, das unsere Gärten auf ganz besondere Weise bereichert.
Norwegische Wespe
(Dolichovespula norwegica)
Merkmale:
Langkopfwespe, die vor allem in natürlichen Lebensräumen vorkommt.
Aussehen:
Gelb-schwarz, 1. & 2. Hinterleibssegment angedeutet rot-braun gefärbt, Färbung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 11–14 mm, Königinnen bis etwa 18 mm
Lebensraum:
Wälder, Gebirgsregionen und naturnahe Landschaften.
Verhalten:
Sehr friedlich, auch in Nest nähe, selten in der Nähe von Menschen.
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Handballgroß
Nesthülle ist grau gelbe aus verwittertem Holz, mit glatter feiner Oberfläche, keine Lufttaschen, weiß-grau gestreift, Einflugloch im unteren Drittel
Bevorzugt Kühle Standort, Wälder, Waldränder, Sträucher, Erdkuhlen
Die Norwegische Wespe – die naturverbundene Einsiedlerin
Wer in unberührten Wäldern oder kühlen Gebirgsregionen unterwegs ist, hat vielleicht schon einmal eine Norwegische Wespe (Dolichovespula norwegica) gesehen, ohne es zu wissen – denn diese Art bleibt dem Menschen meist fern und führt ein zurückgezogenes Leben fernab von Terrassen und Picknickdecken. Als Langkopfwespe gehört sie zu einer eigenen Gruppe innerhalb der sozialen Wespen und fühlt sich vor allem in naturnahen Lebensräumen wohl.
Ihr Erscheinungsbild ist das klassische Wespenkleid: gelb-schwarz gefärbt, mit einem ganz besonderen, dezenten Detail. Am ersten und zweiten Hinterleibssegment zeigt sich ein zarter rot-brauner Schimmer, der je nach Individuum mal deutlicher, mal kaum sichtbar ausfällt – fast wie eine kleine, individuelle Signatur der Natur. Mit 11 bis 14 Millimetern bei den Arbeiterinnen und bis zu 18 Millimetern bei den Königinnen liegt sie größenmäßig im typischen Rahmen ihrer Verwandten.
Zuhause ist die Norwegische Wespe vor allem in Wäldern, Gebirgsregionen und naturnahen Landschaften – Orte, an denen es kühl, ruhig und ungestört zugeht. Genau das scheint ihr zu gefallen, denn sie gilt als sehr friedlich, selbst in unmittelbarer Nähe ihres Nestes. Menschlichen Siedlungen begegnet sie nur selten, was sie zu einer der zurückhaltendsten und am wenigsten konfliktfreudigen Wespenarten überhaupt macht. Wer ihr begegnet, darf sich also glücklich schätzen – ohne jeden Grund zur Sorge.
Auch beim Nestbau bleibt die Norwegische Wespe ihrem ruhigen Naturell treu. Wie alle sozial lebenden Wespen stellt sie ihr Nest aus selbst produziertem Papier her, indem sie verwittertes Holz mit Speichel zu einer formbaren Masse verarbeitet. Das Ergebnis ist ein Nest von etwa Handballgröße mit einer grau-gelblichen Hülle, die eine glatte, feine Oberfläche und ein zartes weiß-graues Streifenmuster zeigt – ein kleines, unauffälliges Kunstwerk inmitten der Wildnis. Lufttaschen zur Isolierung fehlen, dafür sorgt ein praktisches Einflugloch im unteren Drittel der Nesthülle für den Zugang.
Besonders charakteristisch ist die Wahl ihres Bauplatzes: Die Norwegische Wespe bevorzugt kühle Standorte und richtet sich gerne in Wäldern, an Waldrändern, in Sträuchern oder Erdkuhlen ein – immer dort, wo natürliche Strukturen Schutz und ein ausgeglichenes Klima bieten.
Mit ihrer Vorliebe für unberührte Natur, ihrem friedlichen Wesen und ihrer dezenten Farbgebung zeigt die Norwegische Wespe, wie vielfältig die Welt der Wespen ist. Statt am Kaffeetisch zu landen, lebt sie lieber im Verborgenen der Wälder – eine stille, naturverbundene Bewohnerin, die zeigt, dass nicht jede Wespe den Menschen sucht, sondern manche einfach ihr eigenes, ruhiges Leben führen.
Waldwespe
(Dolichovespula sylvestris)
Merkmale:
Eine der häufigsten Langkopfwespen Europas.
Aussehen:
Gelb-schwarz gefärbt,
Größe:
Arbeiterinnen etwa 13–15 mm, Königinnen bis etwa 19 mm
Lebensraum:
Wälder, Parks, Gärten und Heckenlandschaften.
Verhalten:
Friedlich und nicht an menschlicher Nahrung interessiert.
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Handballgroß
Nesthülle ist grau gelbe aus verwittertem Holz, mit glatter feiner Oberfläche, keine Lufttaschen, weiß-grau gestreift, Einflugloch im unteren Drittel
Häufig frei hängend in Büschen oder an niedrigen Ästen, auch in Schuppen oder Vogelkästen
Die Waldwespe – die unauffällige Künstlerin zwischen Hecke und Garten
Sie zählt zu den häufigsten Langkopfwespen Europas, fällt dabei aber kaum auf: Die Waldwespe (Dolichovespula sylvestris) ist eine jener Arten, die uns ständig begleiten, ohne dass wir es merken – freundlich, zurückhaltend und ganz auf ihr eigenes Leben konzentriert.
Ihr Erscheinungsbild ist klassisch wespentypisch: gelb-schwarz gefärbt, ohne auffällige Zusatzmuster, dafür mit einer eleganten Schlichtheit. Mit 13 bis 15 Millimetern bei den Arbeiterinnen und bis zu 19 Millimetern bei den Königinnen gehört sie zu den etwas größeren Vertreterinnen unter den heimischen Wespen – ein stattliches, aber keineswegs einschüchterndes Erscheinungsbild.
Zuhause ist die Waldwespe erfreulich vielseitig: Wälder, Parks, Gärten und Heckenlandschaften bieten ihr gleichermaßen einen passenden Lebensraum. Damit ist sie häufiger in Menschennähe zu finden als manche ihrer Verwandten – allerdings ohne, dass dies zu Konflikten führt. Denn die Waldwespe gilt als friedlich und zeigt schlicht kein Interesse an menschlicher Nahrung. Wer also beim Grillen oder Kuchenessen im Garten sitzt, muss sich um diese Art keine Gedanken machen – sie hat ganz andere Pläne.
Diese Pläne drehen sich vor allem um den Nestbau, und auch hier zeigt sich die Waldwespe als geschickte Handwerkerin. Wie alle sozial lebenden Wespen stellt sie ihr Nest aus selbst hergestelltem Papier her, indem sie verwittertes Holz mit Speichel zu einer formbaren Masse verarbeitet. Das fertige Nest erreicht meist etwa Handballgröße und besticht durch eine grau-gelbliche Hülle mit glatter, feiner Oberfläche und einem zarten weiß-grauen Streifenmuster – ein kleines, dezentes Meisterwerk aus Naturmaterialien. Lufttaschen zur Isolierung fehlen, dafür sorgt ein Einflugloch im unteren Drittel der Nesthülle für einen praktischen Zugang.
Besonders charakteristisch ist die Wahl ihres Nestplatzes: Die Waldwespe hängt ihr Nest häufig frei in Büschen oder an niedrig wachsenden Ästen auf – manchmal aber auch etwas geschützter in Schuppen oder sogar in alten Vogelkästen. Wer also einmal einen Nistkasten überprüft und statt Vogeleiern ein kleines, papierähnliches Kunstwerk findet, hat möglicherweise eine Waldwespen-Kolonie vor sich.
Mit ihrer dezenten Erscheinung, ihrem friedlichen Wesen und ihrem fehlenden Interesse an menschlichem Essen ist die Waldwespe ein Paradebeispiel dafür, wie unaufdringlich und harmlos viele Wespenarten tatsächlich sind. Sie lebt mitten unter uns – ruhig, geschickt und vollkommen unauffällig – und verdient damit einen Platz auf der Liste der heimlichen Sympathieträger in unseren Gärten und Wäldern.
Mittlere Wespe
(Dolichovespula media)
Merkmale:
Größte Langkopfwespe Europas, wird oft mit Hornissen verwechselt
Aussehen:
Gelb-schwarz, hell und dunkele Varianten möglich.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 15–19 mm, Königinnen bis etwa 22 mm.
Lebensraum:
Hecken, Gärten, Parks und Waldränder.
Verhalten:
Relativ friedlich, verteidigt jedoch ihr Nest bei direkter Störung.
Nest:
Soziallebende Wespen bauen ihre Nester aus Papier
Volleyballgroß
Feste Nesthülle aus grauem verwittertem Holze, mit glatter Oberfläche, Lufttaschen, weiß-grau gestreift, Einflugloch unten, meist seitlich abgehend, bei Nestgründung kann Ausflugloch als lange Röhre ausgebaut sein
Meist frei hängend in Bäumen oder hohen Sträuchern.
Die Mittlere Wespe – die sanfte Riesin unter den Wespen
Wenn in einem Garten plötzlich eine ungewöhnlich große Wespe auftaucht und für einen Moment den Verdacht aufkommen lässt, es könnte sich um eine Hornisse handeln, lohnt sich der zweite Blick: Oft handelt es sich um die Mittlere Wespe (Dolichovespula media) – die größte Langkopfwespe Europas und ein echtes Schwergewicht unter den heimischen Wespenarten.
Ihr Aussehen ist typisch gelb-schwarz, wobei sowohl hellere als auch dunklere Farbvarianten vorkommen können – jede Mittlere Wespe trägt also ihr eigenes kleines Farbmuster. Mit beeindruckenden 15 bis 19 Millimetern bei den Arbeiterinnen und bis zu 22 Millimetern bei den Königinnen erreicht sie eine Größe, die durchaus Respekt einflößt – allerdings vor allem optisch, denn ihr Wesen ist überraschend ausgeglichen.
Zuhause fühlt sich die Mittlere Wespe in Hecken, Gärten, Parks und an Waldrändern – also genau in jenen Übergangszonen zwischen Natur und menschlicher Nutzung, die viele Tiere besonders schätzen. Im Verhalten zeigt sie sich relativ friedlich und geht Menschen meist gelassen aus dem Weg. Nur wenn ihr Nest direkt gestört wird, verteidigt sie es energisch – ein nachvollziehbares Verhalten, das eher von Fürsorge für die Kolonie als von Aggressivität zeugt.
Richtig beeindruckend wird es beim Blick auf ihr Nest, denn hier zeigt die Mittlere Wespe ihre wahre Größe. Wie alle sozial lebenden Wespen baut sie ihr Nest aus selbst produziertem Papier, das aus verwittertem Holz und Speichel entsteht. Das Ergebnis kann die Größe eines Volleyballs erreichen – ein imposantes Bauwerk mit fester, grauer Nesthülle, glatter Oberfläche und einem charakteristischen weiß-grauen Streifenmuster. Im Inneren sorgen Lufttaschen für eine effektive Isolierung, die das Klima im Nest stabil hält. Besonders spannend: Das Einflugloch befindet sich meist seitlich im unteren Bereich, und in der frühen Phase der Nestgründung wird daraus manchmal sogar eine kleine, röhrenförmige Verlängerung – ein architektonisches Detail, das man so bei kaum einer anderen Art findet.
Ihren Nestplatz wählt die Mittlere Wespe meist hoch oben: Häufig hängt das Nest frei in Bäumen oder hohen Sträuchern, gut sichtbar und dennoch erstaunlich stabil in der Astgabel verankert.
Mit ihrer imposanten Größe, ihrem ruhigen Wesen und ihrem kunstvollen, frei hängenden Nest zeigt die Mittlere Wespe, dass beeindruckende Erscheinung und Sympathie sich keineswegs ausschließen müssen. Wer ihr begegnet, darf sie ruhig mit etwas Ehrfurcht – aber ohne Sorge – bewundern: eine sanfte Riesin, die in unseren Gärten und Hecken ihr eigenes kleines Meisterwerk errichtet.
Hornissen (Vespa)
Europäische Hornisse
(Vespa crabro)
Merkmale:
Größte einheimische Faltenwespe Europas.
Aussehen:
Gelber Hinterleib mit schwarzen Streifen, Kopf und Brust rötlich-braun.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 18–25 mm, Königinnen bis etwa 35 mm.
Lebensraum:
Wälder, Parks, Obstgärten und Siedlungen.
Verhalten:
Überraschend friedlich und häufig dämmerungs- oder nachtaktiv. Jagd viele Insekten.
Nest:
Großes Papiernest mit mehreren Waben.
Neststandorte:
Vor allem in Baumhöhlen, aber auch auf Dachböden, in Scheunen oder anderen großen Hohlräumen.
Die Europäische Hornisse – der sanfte Riese mit schlechtem Ruf
Kaum eine Insektenart trägt einen so unverdient schlechten Ruf wie die Europäische Hornisse (Vespa crabro) – die größte einheimische Faltenwespe Europas. Allein ihre imposante Erscheinung sorgt bei vielen Menschen für Respekt, doch wer genauer hinschaut, entdeckt ein faszinierendes und überraschend friedliches Tier.
Optisch ist die Hornisse unverkennbar: Ihr gelber Hinterleib mit den schwarzen Streifen erinnert an das klassische Wespenmuster, doch Kopf und Brust schimmern in einem warmen Rötlich-Braun – eine Farbkombination, die ihr ein fast edles Erscheinungsbild verleiht. Auch ihre Größe ist beeindruckend: Arbeiterinnen messen etwa 18 bis 25 Millimeter, Königinnen können sogar bis zu 35 Millimeter erreichen. Damit ist die Europäische Hornisse mit Abstand die größte Wespenart, die bei uns heimisch ist.
Zuhause fühlt sie sich in einer erstaunlich breiten Palette von Lebensräumen: Wälder, Parks, Obstgärten und sogar Siedlungen gehören zu ihrem Revier. Trotz ihrer Größe verhält sie sich überraschend zurückhaltend und gilt als ausgesprochen friedlich – sie sticht nur in echten Notsituationen.
Viele Begegnungen mit der Europäischen Hornisse finden gerade dann statt, wenn Menschen abends draußen bei Licht sitzen. Der Grund dafür ist simpel und hat nichts mit Aggressivität zu tun: Die Hornisse ist häufig dämmerungs- oder nachtaktiv und nutzt diese Zeit für die Jagd. Künstliches Licht zieht zahlreiche kleine Insekten an – und genau diese Insekten stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Hornisse. Wer also abends von einer Hornisse umkreist wird, ist meist nur Beobachter eines kleinen, hocheffizienten Jagdausflugs, der sich rund um die Lichtquelle abspielt.
Diese Jagd ist zugleich ein wertvoller Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht: Hornissen erbeuten große Mengen an Insekten, darunter Fliegen, Mücken und sogar andere Wespen. Damit übernehmen sie ganz nebenbei die Rolle einer natürlichen Schädlingsbekämpferin – ganz ohne Chemie, einfach durch geschicktes Jagen im Schein der Abendbeleuchtung.
Auch beim Nestbau zeigt die Europäische Hornisse beeindruckende Fähigkeiten. Wie alle sozial lebenden Faltenwespen errichtet sie ein großes Nest aus selbst produziertem Papier, das aus mehreren übereinanderliegenden Waben besteht – eine architektonische Meisterleistung, die einem mehrstöckigen Gebäude in Miniaturform ähnelt. Für ihren Nestbau bevorzugt sie geschützte, geräumige Hohlräume. Besonders gerne nutzt sie alte Baumhöhlen, die natürlichen Schutz bieten, aber auch Dachböden, Scheunen oder andere große Hohlräume in Gebäuden können zu einem geeigneten Zuhause werden.
Wer einer Europäischen Hornisse begegnet, darf also durchaus aufatmen: Trotz ihrer imposanten Größe ist sie ein ruhiges, nützliches und faszinierendes Tier, das eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem spielt. Statt Furcht verdient sie vielmehr Bewunderung – ein sanfter Riese, der leise durch die Dämmerung fliegt und ganz nebenbei dafür sorgt, dass unsere Gärten ein kleines Stück gesünder bleiben.
Asiatische Hornisse
(Vespa velutina)
Merkmale:
Invasive Hornissenart aus Asien, wurde 2005 in Südfrankreich eingeführt, 2020 wurde sie zuerst in Luxemburg nachgewiesen und mittlerweile ist sie in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet.
Aussehen:
Überwiegend dunkelbraun bis schwarz mit orangefarbenem Hinterleibssegment und auffällig gelben Beinen.
Größe:
Arbeiterinnen etwa 17–24 mm, Königinnen bis etwa 32 mm.
Lebensraum:
Offene Landschaften, Siedlungen, Wälder und landwirtschaftliche Gebiete.
Verhalten:
Jagt verschiedene fliegende Insekten, darunter vor allem auch Honigbienen.
Nest:
Großes, kugelförmiges Papiernest mit seitlichem Einflugloch.
Neststandorte:
Häufig hoch in Baumkronen; im Frühjahr zunächst kleinere Nester in und an Gebäuden, Hecken oder Schuppen.
Die Asiatische Hornisse – faszinierender Neuankömmling mit zwiespältiger Rolle
Seit ihrer ersten Einschleppung nach Südfrankreich im Jahr 2005 hat die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) einen beachtlichen Weg zurückgelegt: Inzwischen ist sie in weiten Teilen Mitteleuropas heimisch geworden – eine echte Erfolgsgeschichte aus biologischer Sicht, die allerdings auch ihre Schattenseiten hat.
Optisch ist sie eine elegante Erscheinung: Ihr Körper schimmert überwiegend dunkelbraun bis schwarz, ein leuchtend orangefarbenes Hinterleibssegment setzt einen markanten Farbakzent, und die auffällig gelben Beine wirken fast wie ein modisches Detail. Mit 17 bis 24 Millimetern bei den Arbeiterinnen und bis zu 32 Millimetern bei den Königinnen erreicht sie eine Größe, die durchaus beeindrucken kann.
Zuhause fühlt sich die Asiatische Hornisse erstaunlich vielseitig: offene Landschaften, Siedlungen, Wälder und landwirtschaftliche Gebiete bieten ihr gleichermaßen passende Bedingungen. Diese Anpassungsfähigkeit ist Teil ihres Erfolgs – aber auch der Grund, warum sie sich so schnell ausbreiten konnte.
Hier kommt der weniger sympathische Teil ihrer Geschichte ins Spiel: Die Asiatische Hornisse jagt eine Vielzahl fliegender Insekten, darunter ganz besonders Honigbienen. Vor Bienenstöcken kann sie regelrecht auf der Lauer liegen und gezielt heimkehrende Bienen erbeuten. Für Imkerinnen und Imker stellt dies eine ernstzunehmende Belastung dar, da geschwächte Völker im Extremfall sogar ganz aufgegeben werden müssen. Diese Problematik ist einer der Hauptgründe, warum die Art in Europa intensiv beobachtet und teilweise aktiv bekämpft wird.
Gegenüber Menschen verhält sich die Asiatische Hornisse im Alltag jedoch meist zurückhaltend – ähnlich wie viele ihrer einheimischen Verwandten. Wichtig ist dabei jedoch ein klarer Hinweis: Wird ihr Nest bedroht, kann diese eigentlich friedliche Art durchaus aggressiv reagieren und mehrere Tiere greifen gemeinsam an. Aus diesem Grund sollte man sich Nestern niemals nähern oder versuchen, diese selbst zu entfernen – das gehört in die Hände von Fachleuten.
Auch beim Nestbau zeigt die Asiatische Hornisse ihre architektonischen Fähigkeiten: Sie errichtet ein großes, kugelförmiges Papiernest mit einem charakteristischen seitlichen Einflugloch. Im Frühjahr entstehen zunächst kleinere Nester, oft in oder an Gebäuden, in Hecken oder Schuppen. Im Laufe der Saison ziehen viele Kolonien jedoch um und bauen ihre imposanten Hauptnester hoch oben in Baumkronen – dort gut versteckt zwischen den Blättern.
Die Asiatische Hornisse ist also ein Tier voller Widersprüche: faszinierend in ihrer Optik und ihrem Verhalten, beeindruckend in ihrer Anpassungsfähigkeit, aber zugleich eine ernsthafte Herausforderung für die Imkerei und ein Tier, dem man – besonders in Nestnähe – mit Respekt und Vorsicht begegnen sollte.
Feldwespen
(Polistinae)

Gattung : Polistinae
Merkmale:
Schlanke Wespen mit langen Beinen, die beim Flug deutlich herunterhängen. Da diese bei einigen Arten gelbgefärbt sind werden sie gerne mit der Asiatischen Hornisse verwechselt. Sie sind aber bedeutend kleiner, schlanker und anders gefärbt. Es sind oft die ersten Wespen denen man im Frühling begegnet.
Aussehen:
Gelb-schwarz oder gelb-braun gefärbt, insgesamt deutlich schlanker als typische Wespen.
Größe:
Etwa 10–18 mm.
Lebensraum:
Warme und sonnige Orte wie Gärten, Mauern, Dachvorsprünge oder Sträucher.
Verhalten:
Sehr friedlich und selten aggressiv gegenüber Menschen. Jagen viele Raupen und andere Insekten.
Nest:
Offene Waben ohne schützende Außenhülle.
Neststandorte:
Häufig unter Dachvorsprüngen, an Mauern, in Schuppen oder an Pflanzenstängeln.
Feldwespen – die schlanken Eleganten unter den Wespen
Wer an einer warmen Hauswand oder im sonnigen Garten eine besonders schlanke Wespe mit langen, im Flug deutlich herabhängenden Beinen entdeckt, hat wahrscheinlich eine Feldwespe (Polistes) vor sich. Diese elegante Erscheinung sorgt manchmal für Verwirrung, denn einige Arten sind ähnlich gelb gefärbt wie die Asiatische Hornisse. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch schnell: Feldwespen sind deutlich kleiner, schlanker und anders gefärbt – eher zierliche Künstlerinnen als imposante Jägerinnen.
Ihr Körper ist gelb-schwarz oder gelb-braun gefärbt und wirkt insgesamt fast grazil im Vergleich zu den kompakteren, rundlicheren Wespenarten. Mit einer Größe von etwa 10 bis 18 Millimetern bewegen sie sich im typischen Bereich vieler heimischer Wespen, fallen aber durch ihre schlanke Silhouette und die charakteristische Beinhaltung im Flug sofort als etwas Besonderes auf.
Zuhause sind Feldwespen an warmen, sonnigen Orten – Gärten, Mauern, Dachvorsprünge oder Sträucher gehören zu ihren bevorzugten Aufenthaltsorten. Diese Vorliebe für Wärme und Licht macht sie zu häufigen, aber äußerst unaufdringlichen Gästen in unmittelbarer Nähe des Menschen.
Und genau hier liegt einer ihrer größten Pluspunkte: Feldwespen gelten als sehr friedlich und zeigen sich Menschen gegenüber nur selten aggressiv. Selbst wer in der Nähe eines Nestes sitzt, wird in der Regel kaum bemerkt. Stattdessen gehen Feldwespen einer Tätigkeit nach, die man getrost als nützlich bezeichnen darf: Sie jagen zahlreiche Raupen und andere Insekten und tragen so ganz nebenbei zu einem natürlichen Gleichgewicht im Garten bei – eine Art kleiner, ehrenamtlicher Pflanzenschutzdienst.
Auch ihre Bauweise unterscheidet sich deutlich von der vieler anderer Wespenarten. Während viele soziale Wespen ihre Waben in einer geschlossenen Papierhülle verstecken, bauen Feldwespen offene Waben ohne schützende Außenhülle. Das Ergebnis ist ein filigranes, fast zerbrechlich wirkendes Wabengebilde, bei dem man jede einzelne Zelle erkennen kann – ein kleines, transparentes Kunstwerk, das einen direkten Einblick in das Leben der Kolonie erlaubt.
Diese offenen Nester finden sich besonders häufig unter Dachvorsprüngen, an Mauern, in Schuppen oder direkt an Pflanzenstängeln – oft an Stellen, an denen man fast täglich vorbeikommt, ohne sie zu bemerken.
Mit ihrer schlanken Eleganz, ihrem friedlichen Wesen und ihrer nützlichen Rolle als Insektenjägerin zeigen Feldwespen, dass nicht jede Wespe Anlass zur Sorge geben muss. Im Gegenteil: Wer ein offenes Wabennest entdeckt, darf sich glücklich schätzen, einen Blick auf eines der unaufdringlichsten und zugleich faszinierendsten Insekten unserer Gärten erhaschen zu dürfen.
Zusatz: Feldwespen erkennen
Feldwespen
| Merkmal | Beschreibung |
| Körperform | Sehr schlank |
| Flugbild | Beine hängen beim Flug deutlich herunter |
| Nest | Offene Waben ohne äußere Hülle |
| Neststandorte | Dachvorsprünge, Mauern, Pflanzenstängel |
| Verhalten | Sehr friedlich, nicht an menschlicher Nahrung interessiert |
Welche Wespe ist das?
Das genaue Bestimmen einer Wespenart ist für den Leihen oft schwierig, aber hier ein paar Faustregel. Genauere Beschreibungen finden sie auf diese Seite. Im Zweifel können sie sich immer bei unserer Hotline melden wir stellen dann den Kontakt zu einem unserer freiwilligen Berater her.
5 schnelle Bestimmungsregeln
- Am Kuchen oder Grill?
Wenn Wespen im Spätsommer gezielt an süßen Getränken, Kuchen oder Fleisch erscheinen, handelt es sich fast immer um die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) oder die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Diese beiden Arten suchen aktiv menschliche Nahrung. - Sehr groß und rötlich?
Eine große Wespe mit rötlich-braunem Kopf und lautem Brummen ist meist die Europäische Hornisse (Vespa crabo). Trotz ihrer Größe ist sie meist friedlich. Oft begegnet man ihr in der Dämmerung. - Groß, sehr dunkel mit gelben Beinen?
Große Wespe mit auffällig gelben Beinen und dunklem Hinterleib mit einem ausgeprägten orangefarbenem Streifen ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina), eine invasive Art, die ihre großen Nester oft hoch in Bäumen baut. - Schlanke Wespe mit langen Beinen im Flug?
Wenn die Beine beim Fliegen deutlich herunterhängen und das Nest aus offenen Waben besteht, handelt es sich um eine Feldwespe (Polistinae). Die Arten dieser Gattung sind besonders friedlich. - Kleines geschlossenes Papiernest frei im Busch oder unter dem Dach?
Solche Nester gehören meist zu den Langkopfwespen (Dolichovespula) wie der Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica), der Waldwespe (Dolichovespula sylvestris) oder der Mittlere Wespe (Dolichovespula media). Diese Arten sind in der Regel wenig an menschlicher Nahrung interessiert. Hier lohnt es sich genauer auf das Tier zusehen, diese Nester werden oft mit den Initialnestern der asiatischen Hornisse verwechselt.
In Kürze:
Einfacher Bestimmungstipp für Leser
- Wespen am Kuchen oder Grill? → meist Gemeine – oder Deutsche Wespe
- Große, rötliche Wespe abends am Licht? → Europäische Hornisse
- Sehr dunkle Hornisse mit gelben Beinen Nest hoch im Baum? → Asiatische Hornisse
- Schlanke Wespe mit offenen Waben am Dach? → Feldwespe
Grundregel:
Die meisten Wespenarten interessieren sich kaum für menschliche Nahrung und sind friedlich – Probleme entstehen meist nur, wenn ein Nest gestört wird.
Nestern sollte man sich immer nur mit Vorsicht nähern, vor allem wenn man nicht sicher ist um welche Art es sich handelt.
An Hand der Nester ist eine Art, für Laien nur schwierig zu bestimmen. Die Embryonal Nester in Frühling sind sogar für Experten schwierig zu bestimmen, Sicherheit biete immer ein Blick auf die eigentlichen Tiere.









